Fragen statt Antworten

Ein guter Helfer gibt keine Antworten, sondern stellt gute Fragen!
Diese Aussage lässt sich erweitern:

Gute Eltern geben keine Antworten, sondern stellen altersgemäße gute Fragen.
Gute PartnerInnen geben keine Antworten, sondern stellen zumutbare Fragen.

Ist an dieser Aussage deiner Meinung nach etwas Wahres dran?

Beispiele:

Demenz
Angenommen, der leicht an Demenz erkrankte Mann sucht seine Brille und fragt seine Frau: „Wo ist meine Brille?“
Wenn die Frau die Frage beantwortet, braucht der Mann weniger denken, als wenn die Frau zurückfragt: „Was glaubst du, wo sie sein könnte?“

Kindererziehung
Vor allem in der Kindererziehung ist die Technik, Fragen zu stellen, hilfreich und vor allem entlastend. Nicht immer müssen Eltern auf alle Probleme und Fragen eine Antwort wissen und schon gar nicht sofort. Sie dürfen und sollen das Wissen und die Weisheit ihrer Kinder nützen und durch Fragen fördern.

Wenn dein Kind von der Schule kommt und sagt: „Oswald hat gesagt, dass ich dumm bin!“, dann frag: „Was meinst du dazu? Stimmt das?“ anstatt sofort eine Lösung anzubieten.
Meist bieten Eltern gleich eine Lösung an, in dem sie sagen: „Das stimmt doch nicht!“ Oder „Der hat das sicher nicht so gemeint!“ oder „Ich geh zum Schuldirektor!“

Dein pubertierender Sohn fragt dich, wann er von einer Party nach Hause kommen soll. Du antwortest mit einer Gegenfrage: „Was meinst du, welche Zeit wäre angemessen?“

Was, glaubst du, macht den Unterschied, wenn du Fragen stellst, anstelle Antworten zu geben?