Es gibt eine ganze Reihe an Theorien und Stressmodelle, die Sie jederzeit im Internet nachlesen können.

Ich möchte die für mich wesentlichsten Theorien vorstellen:

  1. EU-Stress: Stress kann anspornen und motivieren, Leistung zu bringen. Stress kann anregen, Lösungen zu finden, weil unser Körper die dafür notwendigen Ressourcen zur Verfügung stellt. Stress bedeutet immer Kampf oder Flucht. Stress setzt uns somit körperlich in Bewegung. Bewegung tut in stressigen Zeiten daher gut.
  2. Dis-Stress: Machen wir keine Pausen, lassen wir uns zu wenig Zeit zur Regeneration und Erholung, wird Stress zum Dis-Stress und ungesund.

Impact-Beispiel: Nehmen Sie ein Wasserglas in die Hand und halten Sie es mit ausgestrecktem Arm. Halten Sie es weiterhin. Halten Sie es! Halten Sie es! Halten Sie es bitte 24 Stunden lang. Vorerst mag diese Aufgabe Eustress für Sie sein, also machbar. Spätestens nach einigen Minuten aber wird es für Sie zum Disstress. Je nachdem welche Muskeln Sie im Arm haben (biologische Komponente), welche Motivation (Bedürfnisse) Sie mitbringen und ob Sie sich Pausen erlauben (Zeitmanagement), wir diese Aufgabe für Sie zum machbaren oder belastenden Problem.

3. Anforderungs-Kontroll-Modell: Wenn ich über längeren Zeitraum mehr Anforderungen als Kontrollmöglichkeiten habe, wird eine Aufgabe zum belastenden Stress.

4. Achtsamkeits-Modell: Wenn ich mit meiner Aufmerksamkeit immer außer mir bin, also zeitlich und räumlich disloziert, gerate ich auch im übertragenen Sinn “außer mir”. Der Depersonalisation sind Tür und Tor geöffnet.

5. Yin-Yang-Modell: Wenn meine aktiven und passiven Kräfte über längere Zeit nicht im Ausgleich sind, kommt ich in eine Dis-Balance und kann krank werden.

6. Energiemodell: Mit der Erfüllung unserer menschlichen Grundbedürfnisse erfüllen wir uns unseren Energietank. Achten wir auf unsere Bedürfnisse, wird und bleibt er voll. Missachten wir sie, sinkt unser Energielevel.

7. Antreiber-Modell: Wenn ich mich selbst antreibe, kann das alleine zu Dis-Stress führen. Die einst gut gemeinten Botschaften unserer Eltern haben für uns oft heute noch ihre absolute Gültigkeit. Ohne die Antreiber wären wir vermutlich nicht gesellschafts- und leistungsfähig. Würden wir sie jedoch mit Maß und Ziel anwenden, wären wir wohl etwas gütiger, mitfühlender, geduldiger und liebevoller zu uns selbst. Sei perfekt! Mach schnell! Sei beliebt! Streng dich an! Sei stark! sind die in der Literatur beschriebenen Hauptantreiber.